betül ulusoy

Muslime: Schutz unter christlicher Herrschaft

Als die ersten Muslime in Mekka immer stärker Verfolgung und Folter ausgesetzt waren, schickte sie der Prophet Muhammad (s.a.v.) in das Königkreich Aksum. Dort regierte der christliche König (Negus) Ashama ibn Abjar, der als gerechter Herrscher bekannt war. Daher hoffte der Prophet, dass die kleine Gruppe muslimischer Flüchtlinge bei ihm Zuflucht finden würde.
 
Als die Mekkaner, die wichtige Handelsbeziehungen nach Afrika unterhielten, von der Flucht erfuhren, schickten sie Amr ibn al-As zum aksumitischen König. Er hatte als angesehener Kaufmann eine gute Beziehung zum König und sollte die Muslime zurück fordern und wieder nach Mekka bringen. Amr ibn al-As schlug mit wertvollen Geschenken beim König auf und trug sein Anliegen vor. Der König aber wollte auch die Muslime anhören, bevor er sie auslieferte und so mussten sie alle bei ihm vorsprechen.
Für die Muslime sprach Ja‘far ibn Abī Tālib, der von der religiösen Verfolgung in Mekka berichtete und Fragen des Königs zum Islam beantwortete. Der König wollte schließlilch wissen, ob Muhammad (s.a.v.) auch eine Schrift von Gott erhalten hatte. Als Ja’far bejahte, sollte er Verse aus dem Qur’an rezitieren und trug vor:
 
„Und erinnere dich, durch diese göttliche Schrift, an Maria. Siehe, sie zog sich von ihrer Familie zurück an einen östlichen Ort und hielt sich zurückgezogen von ihnen, woraufhin Wir Unseren Engel der Offenbarung zu ihr sandten, der ihr in der Gestalt eines wohlgestalteten Menschen erschien. Sie rief aus: „Wahrlich, ich suche Zuflucht vor dir bei dem Allergnädigsten! (Nahe mir nicht,) wenn du dir Seiner bewusst bist!“ (Der Engel) antwortete: „Ich bin nur ein Gesandter deines Erhalters, (der sagt:) ‚Ich werde dir das Geschenk eines mit Reinheit versehenen Sohnes erteilen.'“ Sie sagte: „Wie kann ich einen Sohn haben, da kein Mann mich je berührt hat? – denn ich bin niemals eine liederliche Frau gewesen!“ (Der Engel) antwortete: „Also ist es; (aber) dein Erhalter sagt: ‚Dies ist leicht für Mich; und (du sollst einen Sohn haben), auf dass Wir ihn zu einem Symbol für die Menschheit und einem Akt der Gnade von Uns machen.'“ Und es war eine von Gott bestimmte Sache.“ (Maria, 16 – 21)
 
Der König von Aksum war über diese Verse berührt: „Das ist wahrlich von der selben Quelle, von der auch Jesus seine Botschaften erhielt“, sagte er und wollte den Muslimen Schutz gewähren. Der Mekkaner Amr ibn al-As war alarmiert. Die gemeinsame Liebe zu Jesus und Maria hatte ein Band zwischen Christen und Muslimen geschaffen. Also sagte er dem König, die Muslime würden abwertend über Jesus sprechen. „Was denkt ihr über Jesus?“, fragte der König daraufin. Ja’far antwortete: „Jesus ist der Diener und Gesandte Gottes, der Geist und das Wort Gottes, die Er der Jungfrau Maria anvertraut hat.“ Nach einer Überlieferung lächelte der König daraufhin, hob einen Zweig vom Boden auf und meinte: „Wahrlich, der Unterschied zwischen dem, was wir über Jesus, Sohn der Maria, glauben, und dem, was ihr über ihn sagt, ist nicht größer als dieser Zweig hier lang ist.“ Für ihn wurde Jesus gesandt, um die Meschen Liebe zu lehren und die Muslime liebten offensichtlich Jesus.
 
Der König wies also die Mekkaner ab und schickte sie samt ihrer Geschenke zurück. Den Muslimen sagte er, dass sie in seinem Land sicher seien und er nicht einmal für Berge von Gold einem einzigen von ihnen schaden würde. Sie dürften so lange in seinem Land bleiben, wie sie wollten. Die erste Zuflucht erhielten Muslime so in einem christlichen Land und den ersten Schutz erhielten sie von einem christlichen Herrscher.
 
Welcher Zeitpunkt würde sich besser als Weihnachten eignen, um sich solcher Geschichten zu erinnern und alte Bündisse aufzufrischen und neue Bündnisse zu schließen. Unser aller Botschaft ist schließlich Liebe und Frieden und das sollte doch beim „Fest der Liebe“ religionsübergreifend im Zentrum stehen. Frohe Weihnachten!
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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 25. Dezember 2015 von in Allgemein und getaggt mit , , , , , , , , , .
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